Comment on YSK that Joseph Stalin created the Great Terror. He started killing people randomly including artists, generals, doctors, scientists, government officials. Everyone was terrified.

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mathemachristian@lemmy.blahaj.zone ⁨5⁩ ⁨days⁩ ago

Here is a larger context of the quote, run it through some translator if you don’t know german

Mit anderen Worten: diese Jugend anerkennt mit Herz und Sinn das Gebot, die Freiheit durch soziale Verantwortlichkeit zu be- dingen, die Demokratievom Nationalen zu emanzipieren und sie weltweit, universell zu machen, den Frieden aufeine kollektivisti- sche Freiheit zu gründen, deren Ausdruck und Garant der den Nationalregierungen übergeordnete Weltstaat wäre. Die Vorbe- dingung dafür, jeder weiß es, ist die Verständigung unserer westli- chen Welt mit Rußland, die Begegnung des bürgerlich-demokra- tischen und des sozialistischen Prinzips in der Anerkennung gemeinsamer menschheitlicher Ziele.

Ist eine solche Verständigungund Begegnungmöglich? Die »Rea- listen« verneinen die Frage. Ihre Antwort ist Krieg. Ich zweifle, ob sie wissen, was sie sagen, ob sie, ganz wörtlich gesprochen, bei Verstande sind, indem sie so antworten. Ihr Sinnistdick umnebelt vom Interesse, dem erbitterten und zu allem fähigen Interesse an der integralen und zugeständnislosen Erhaltung der »Freiheit«, die sie meinen, der kapitalistischen Wirtschaftsform in ihrer veraltetsten, unangepaßtesten Gestalt. Diese Verstocktheit impli- ziert den Unglauben an die Entwicklungsfähigkeit anderer Mächte und Systeme, zum Beispiel an diejenige der russischen Revolution, deren radikaler und tyrannischer Kollektivismus der humanen Überlieferung des Westens ein für allemal als der Erz- und Todfeind gegenüberstehen, und deren totalitärer Zwang sich von dem faschistisch-nationalsozialistischen in nichts unterschei- den soll. Wenn kein Unterschied besteht zwischen dem Totali- tätscharakter des russischen Sozialismus und des Faschismus, — woher dann, so kann man fragen, die einhellige Entschiedenheit, mit welcher überall die kapitalistische Welt dem faschistischen Schrecken vor dem kommunistischen den Vorzug gibt, ihr offen- kundiger Entschluß, lieber den einen anzunehmen als den ande- ren? - Die russische Revolution ist, wie einst die große Französi- sche, ein historischer Prozeß, der sich in Phasen abspielt, von denen die letztekaumschon gekommen ist. Esistso unvernünftig, eine dieser Phasen unter Hohngeschreimitderanderenerschlagen zu wollen, wie es unvernünftig ist, zu glauben, der Stalinismus bilde die unveränderliche Endform des revolutionären Prozesses. Den russischen Kommunismus mit dem Nazi-Faschismus auf die gleiche moralische Stufe zu stellen, weil beide totalitär seien, ist besten Falles Oberflächlichkeit, im schlimmeren Falle ist es - Faschismus. Wer auf dieser Gleichstellung beharrt, mag sich als Demokrat vorkommen, -in Wahrheitund im Herzensgrundister damit bereits Faschistund wirdmitSicherheitden Faschismus nur unaufrichtig und zum Schein, mit vollem Haß aber allein den Kommunismus bekämpfen.

Die Unterschiede im Verhältnis des russischen Sozialismus und des Faschismus zur Humanität, zur Idee des Menschen und seiner Zukunft sind unermeßlich. Der unteilbare Friede; konstruktive Arbeit und gerechter Lohn; ein allgemeiner Genuß der Güter dieser Erde; mehr Glück, weniger vermeidbares und nur vom Menschen verschuldetes Leid hienieden; die geistige Hebung des Volkes durch Erziehung, durch Wissen, durch Bildung-das alles sind Ziele, die denjenigen faschistischer Misanthropie, faschisti- schen Nihilismus, faschistischer Erniedrigungslust und Verdum- mungspädagogik diametral entgegengesetzt sind. Der Kommu- nismus, wie die russische Revolution ihn unter besonderen menschlichen Gegebenheiten zu verwirklichen sucht, ist, trotz aller blutigen Zeichen, die daran irre machen könnten, im Kern — und sehr im Gegensatz zum Faschismus — eine humanitäre und eine demokratische Bewegung. Tyrannei? Er ist es. Aber eine Tyrannei, die das Analphabetentum ausmerzt, kann, ob sie es weiß oder nicht, im Herzen nicht gewillt sein, Tyrannei zu bleiben. Vor einigen sechzig Jahren verspottete Nietzsche, ein sehr großer, nur allzu vieldeutiger Denker, die Volksbildung, indem er ausrief: »Will man Sklaven, so ist man ein Narr, wenn man sich Herren erzieht!« DerrussischeSozialismus willoffenbar keine Sklaven, denn er erziehtsichdenkende Menschen. Damitist er, beinahe unweigerlich, auf dem Wege zur Freiheit.

from “Thomas Mann Essays - Band 2 Politik” published by Hermann Kurzke pg 310-312

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