Am Tag nach dem Anschlag kommt die Community zu einer großen Mahnwache am Brandenburger Tor zusammen. Ein Gefühl, das eint: nicht einschüchtern lassen.
Um das Brandenburger Tor stehen Polizeiwagen als Barrieren, der Rest ist mit Gittern abgesperrt. Nach dem Anschlag auf den CSD kommt Berlins queere Community am Sonntag Nachmittag auf dem Pariser Platz zusammen. Viele umarmen sich, es fließen vielfach Tränen.
„Wir trauern mit den Angehörigen und werden sie nicht vergessen“, sagt ein Redner, der sich selbst als muslimisch und schwul vorstellt. Dann kritisiert er die Politik: „Letztes Jahr haben sie uns die Regenbogenfahne vor dem Bundestag verweigert, denn der sei ja schließlich kein Zirkuszelt“, ruft er. „Heute hängen dort die Flaggen auf halbmast. Aber Solidarität darf kein Reflex nach einer Tragödie sein, sie beginnt nicht nach einem Anschlag, sondern dann, wenn die politischen Entscheidungen getroffen werden, ob queere Menschen sichtbar sein dürfen, und ob queere Beratungsstellen weiter finanziert werden“, ruft er und erntet dafür tosenden Applaus. Genauso, als er dazu aufruft, den Hass nicht auf Menschen mit Migrationsgeschichte zu übertragen.
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✍ Uta Schleiermacher und Anna Simbürger
🎥 Tim Lüddemann
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🌈 Tränen, Trauer und Widerstand
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