Ftx2626
Ausgerichtet von Stenzz
fraujessica
4 uhr morgens
das kaltklamme der nacht in den gliedern.
er genoss die ruhe.
noch schlief die stadt.
sein moment.
die gauloise kratzte in hals und lunge.
kaffee wär schön, doch er hatte nur bier.
er warf die angel aus, vielleicht gabs frühstück.
sie zuckte, er holt sie ein.
ein glitzernder seestern funkelte in der morgensonne.
zu schön zum essen, er warf ihn zurück.
hinter ihm hupte es: der duschbus mit kaffee und croissants.
Devin McColey
Petros hat immer die besten Köder in der Dämmerung. Echte Würmer. Premium-Klasse, morgens frisch im Garten ausgegraben. Nicht die billigen Dinger aus Kunststoff.
Aber musst schon Geduld mitbringen. Die müssen erst etwas matschig werden und im Wasser ziehen. Dann gehen die besser wieder vom Haken runter.
Neulich, der Aalbert, der war zu gierig und hat den frischen Wurm geschnappt. Zack, da ging es noch mit ihm in das Nicht-Wasser… Armer Kerl!
Feli
“Nein, Fido … wenn’s ein Typ im schwarzen Anzug morgens um fünf ins Wasser wirft, ist es kein Stöckchen -“
Feli
(Also im Moment fühlt sich’s hier noch an wie beim ersten After-Work-Teambuilding in der Karaokebar. 😅)
*räusper*
*Schluck nehm*
*Glas vorsichtig und doch zu laut wieder hinstell*
*hust*
“Der Laden ist ziemlich neu, oder?”
“Jaja. Erst seit … also wir waren auch noch nicht hier.”
“Ah ja.”
*lang und tief Luft hol*
*räusper*
“Also, Leut, wir sind fürn Spaß hier. Freiwillige vor!”
*flach atmend auf den Tisch guck*
“Weiß jemand, wo geht’s denn hier zum Klo?”
fin 🦣
Die Stimmung so tief und so trüb wie das Hafenbecken, in Gedanken beim großen Fang: Einmal rAImen wie am Wörtersee mit dem Brabbelfisch im Ohr.
Tanja Wawuschel
Pius hatte sich noch nie gefragt, wohin die Flugzeuge am Himmel zogen, deren Geräusche er manchmal vernahm und die seltsame Spuren zogen.
Er brauchte keine Ferne.
Touristen nahmen ihm nur seine Ruhe im Hafenbecken. Fotos wollten sie von ihm machen, weil er so einheimisch wirke. Was auch immer das bedeuten sollte, “einheimisch”. Meinte das seine Sprache, seine Freizeitbeschäftigung, seine Hautfarbe, seine Kleidung?
Auch das war Pius egal. Er wollte nur in Ruhe angeln.
Klaus
Von Werten und Menschen
Dort, wo der Fluss das Meer besucht,
da sitzt ein Mann, der selten flucht.
Ob er nun angelt oder nicht,
das fällt für ihn nicht ins Gewicht:
Die Sonne malt den Himmel bunt,
das ist schon mal der erste Grund,
kein Mensch, der ihn bewerten will,
der Fluss, er rauscht, sonst ist es still:
Das sind die Gründe zwei und drei.
Ihr wollt noch mehr? Er fühlt sich frei,
und ob er heut’ noch Fische fängt,
ist nicht das, was sein Leben lenkt.
Shovrog
Caritas omnia sustinet¹
Voller Gram saß Hein am Fluss,
erinnert sich an Fenjas Kuss,
ihr Papa sagte, jetzt ist Schluss,
für Hein war dies ne harte Nuss.
Das Wasser sah so friedlich aus,
er wollte auch noch nicht nach Haus,
fühlt sich grad wie der Vogel Strauß,
doch Kopf in Sand, da wird nix draus.
Drum dacht er sich mit Raffinesse,
schreib nen Reim wie Hermann Hesse,
sein Herz hämmerte wie 1000 Bässe,
doch im Gesicht stand ihm die Blässe.
Xela
Um 4 Uhr schon raus aus den Federn. Das Plätschern des Wassers, das Schnurren der Angelrolle. Schlaftrunken zwitschern die ersten Vögel, die Wellen schlagen gluckernd ans Kai. Die Fischer sind noch nicht zurück von der nächtlichen Tour. Sinnierend blickt er ins Wasser. Dass er etwas fängt ist unwahrscheinlich, tatsächlich hat er gar keine Köder dabei, einfach vergessen. Während die Sonne langsam steigt, erwacht hinter ihm rauschend die Stadt.
Penelope
Das Hafenbecken stinkt so sehr.
Touristen rufen “Ah, das Meer!”
Der Abend schenkt ein sanftes Licht,
den Gestank aber überdeckt es nicht.
Der Hafen, das ist Müll und Dreck.
Jeder wirft hier alles weg.
Das Meer, das ist doch Salz und Luft und Algen,
Wellen,
was ein Duft!
Der böse Hexe Njähähä 🧙♀️🪄⚡️️
Feierabend.
Was ein Tag.
Er ist sogar zu müde zum Angeln. Doch das lässt er nicht gelten. Wäre noch schöner. Eigentlich ist es nur das Umziehen und Zeug-Zusammenpacken das nervt.
Na also, geschafft.
Das Sitzen am Wasser tut gut, die Ruhe und auch die Spannung, ob etwas beißt. Es ist keine vertane Zeit. Es bleibt ruhig, wird dunkler. Er nickt fast weg.
Da! Wirbel im Wasser. Hellwach sind die Hände am Material. Es brodelt auf! Etwas springt, etwas beißt!
Er fällt in sich zusammen.
Feierabend.
FreitagsTexterei@blog.minaspace.org