Ich hatte letztens eine Diskussion mit verwandten Boomerrentnern, die diese Selbstscangeräte in einem großen Supermarkt lobten. Sie mögen es, einfach alles beim Reinlegen in den Einkaufswagen schon selbst zu scannen, schon direkt in Taschen (zb Kühlware) verpacken und an die schnelle Kasse gehen, wo man nur noch das Gerät abgibt und zahlen muss.

Ich sagte der Haken ist, dass das nur mit der Supermarkt App nutzbar ist und das für mich ein No Go wäre. Technisch gibts es dafür keine Notwendigkeit, macht das Unternehmen natürlich schlauerweise so, enshittified eben.

Die Boomer erwiederten den Vorteil der App-only Rabatte, woraufhin ich hinwies, dass sie diese ja mit ihren Daten zahlen würden. So wie man es schon mit Payback und Co kannte, noch eine Nummer extremer.

Dann kam natürlich das obligatorische “ich hab nichts zu verbergen” und zusätzlich “unsere Bank weiß das auch alles was wir kaufen von der Kartenzahlung. Und die Krankenkasse weiß alles über Gesundheit”.

Ich hatte spontan nur das Argument parat, dass die Sicherheitsstandards bei Banken und KK ja ganz andere wären und nichts damit zu haben.

Hinterher fiel mir ein, dass sie so über kurz oder lang zu kundenunfreundlicher Individualpreisgestaltung beitragen.

Zb wird der Laden anhand der App-Daten, dem Kaufverhalten der Nutzer, erkennen können, dass Montags um 10 oft viele Rentner im Laden sind. Dann werden immer plötzlich genau Tena-Einlagen und “Edle Tropfen in Nuss”, teurer als sonst. (Weiter gedacht: jeder Kunde kriegt einen personalisierten Preis, anhand dessen was erkannt wird, was sich ein Kunde so leisten kann).

(Abseits von Datenschutz: ich gehe davon aus, dass man durch die App-Only Rabatte ohnehin gar nicht so viel spart, vermutlich wurde vorher der reguläre Preis angepasst. Abgehen davon, kauft man Sachen , nur weil die jetzt billiger sind, die man gar nicht gebraucht hätte)

Habt ihr noch andere Argumente für eine solche Diskussion, auch mit Fokus auf Datenschutz?