Freies Wochenende – 11.–12. Juli

Da unser Team Ferien hat, habe ich mich auch entschieden, ein bisschen weniger zu schreiben und mich stattdessen zu erholen. Sprachlich war ich nur damit beschäftigt, meine Duolingo-Übungen zu machen und manchmal noch etwas zu schreiben. Das ganze Wochenende hatte ich gute Erholung, viel Schlaf und Zeit mit meinen Hündchen, die mich in der letzten Woche etwas seltener gesehen haben.

Das Wetter war ganz schön. Schon wieder heißer, aber immer noch erträglich. Die schlechte Seite war, dass ich mehr tagsüber geschlafen habe und deswegen nachts länger wach geblieben bin.

An diesem freien Wochenende besuchten wir auch einige Bars und Restaurants in unserer Nachbarschaft. Wir wohnen hier in Lichtenberg, und mir gefällt dieser Bezirk. Berlin ist insgesamt ganz grün, aber hier spüren wir das noch mehr. Wir haben den Tierpark in der Nähe, ein paar schöne ruhige Straßen und Wege zwischen den Häusern und noch eine bestimmte Ecke mit Cafés, Döner-Imbissen, Bäckereien, Läden und anderen wichtigen Zentren des Lebens. Fast alles haben wir schon besucht und können zusammenfassen, dass man hier ganz unterschiedliches Essen finden kann. Ich würde auch sagen, dass die Preise ganz ähnlich wie in Vilnius sind und wir keinen großen Unterschied spüren.

Trotzdem berichte ich hier ein paar Anmerkungen zum Thema Essen in meiner Nachbarschaft:

  1. Der Unterschied zwischen Dürüm und Döner? Das ist mir immer noch nicht ganz klar. Diese türkischen oder arabischen Imbisse mit Döner, Dönerboxen und Döner auf dem Teller gehören zu unseren beliebtesten Essensorten. Natürlich kann man nicht sagen, dass sie besonders günstig sind, aber hier findet man ein gutes Gleichgewicht zwischen Preis, Menge und Geschwindigkeit der Zubereitung. Außerdem gibt es meistens mehr als eine vegetarische Option, und wir verstehen uns inzwischen sehr gut mit den Jungs in unserem Imbiss im Bezirk. Eine Halloumi-Box mit Pommes und Salat ist hier meine Lieblingsoption, wenn ich etwas Schnelles und Preiswertes möchte.

  2. Mit vietnamesischen oder chinesischen Restaurants habe ich eine etwas vorsichtigere Beziehung. Mindaugas ist ein größerer Fan dieser asiatischen Küchenmischung, ich esse dort meistens nur Sushi oder Frühlingsrollen. Viel mehr Vegetarisches finde ich dort oft nicht. Außerdem sprechen die Menschen, die dort arbeiten, häufig nur sehr wenig und begrenzt Deutsch, deswegen fühle ich mich dort nicht immer so wohl. Aber für einen Krug Bier und Sushi kann man auch hingehen. Das machen wir meistens, wenn Mindaugas eine vietnamesische oder chinesische Suppe essen möchte.

  3. Mir gefällt auch die Art und Weise, wie man in Deutschland mit Trinkgeld umgeht. Man sagt einfach, welchen Betrag man insgesamt bezahlen möchte, und kann dann alles mit der Karte bezahlen. Nur eine Sache: Es gibt hier noch ziemlich viele Orte, an denen man ausschließlich bar bezahlen kann. Das haben wir in Litauen inzwischen seltener.

Zu meinen Lieblingsorten in unserem Bezirk gehören ein deutsches Restaurant, in dem Menschen mit sozialen Schwierigkeiten arbeiten, und ein italienisches Restaurant, wo alle sehr nett sind, sehr gut beraten können und uns immer besonders freundlich begegnen. Also haben wir hier alles, was man für ein happy Leben braucht.

Noch besser ist, dass meine Freundin Ugnė nur zwei Stationen entfernt wohnt und wir sie in ungefähr 15 Minuten bei einem langsamen Spaziergang erreichen können. Sie wäscht unsere Kleidung und hat uns damit schon ganz viel Geld gespart!

Wir wollten dieses Wochenende endlich den Tierpark besuchen, wo Mindaugas sogar schon die Wisente durch den Zaun gesehen hat. Leider haben wir tagsüber geschlafen, und dieser Plan bleibt vorerst noch unerledigt!

Und schließlich noch etwas zum Thema Alkohol, wenn wir schon über Freizeit sprechen. In Litauen kämpft man sehr stark gegen Alkoholismus, deswegen wird der Verkauf und Konsum von Alkohol staatlich reguliert und begrenzt. Bei uns kann man Alkohol nur zu bestimmten Zeiten kaufen: montags bis samstags von 10 bis 20 Uhr und sonntags nur von 10 bis 15 Uhr. Außerdem darf man Alkohol nicht überall im öffentlichen Raum trinken. Als wir hier in Deutschland zum ersten Mal Menschen gesehen haben, die ganz einfach mit einer Bierflasche auf der Straße spazieren gehen, war das für uns schon etwas exotisch. Andererseits habe ich wieder dieses Gefühl von Glück erlebt, als ich gemerkt habe, dass ich jederzeit eine Dose oder Flasche Bier aus einem Getränkeautomaten kaufen kann! Das bedeutet überhaupt nicht, dass ich mich besonders dafür interessiere – es gibt Zeiten, in denen ich absolut keinen Alkohol trinke und ihn auch nicht brauche. Aber hier sprechen entweder meine ursprünglichen Alkoholiker-Gene oder einfach die Freude an der Freiheit!

Ich glaube nicht besonders an den Erfolg von erzwungenen Regeln. Ich meine, ich selbst hätte vielleicht manchmal keine Flasche Wein gekauft, wenn es dafür schon zu spät gewesen wäre. Aber gleichzeitig glaube ich nicht, dass eine solche Regelung einem Menschen mit echten Suchtproblemen besonders hilft. Ich habe in Litauen schon viele Geschichten darüber gehört, wie Menschen, die am Sonntag Alkohol kaufen möchten, ihren ganzen Tagesplan nach diesen Verkaufszeiten organisieren. Mindaugas und ich selbst gehen meistens erst nach 20 Uhr einkaufen, weil wir wissen, dass dann viel weniger Menschen unterwegs sind, die hauptsächlich Getränke kaufen wollen, und wir in Ruhe einkaufen können.

Hier in Deutschland begegnen uns ungefähr genauso viele Menschen mit Alkoholproblemen wie in Litauen. Trotz all dieser Anforderungen und Schwierigkeiten scheint das Problem mit dem Alkoholkonsum ziemlich ähnlich zu bleiben. Aber ohne diese Regelungen fühle ich mich persönlich viel wohler. Hier in Berlin fühle ich mich freier, und das freut mich. Auch in Vilnius wohne ich in einem ähnlichen Wohnbezirk, in dem ganz unterschiedliche Menschen leben. Und bei uns sind trotz all dieser Regelungen die öffentlichen Plätze vor den Läden oder in den Höfen ebenfalls von trinkenden Menschen besetzt. Also ist eine solche Regelung vielleicht am Ende nur noch ein zusätzliches staatliches Hindernis, das die Polizei kontrollieren muss.

Taip, šita pastraipa labai gerai papildo tavo samprotavimą, nes pabaigoje pati sau šiek tiek paprieštarauji. :D Taisau minimaliai, išlaikydama tavo logiką ir stilių:

Übrigens haben wir uns auch schon daran gewöhnt, sonntags keine offenen Läden zu finden. Mir fehlt hier meistens nur die Möglichkeit, Wassermelone, Gemüse oder etwas für die Hunde zu kaufen. Die Freiheit beim Alkoholkaufen freut mich also mehr, als mich die Begrenzungen am Sonntag stören!

Aber daran sieht man wieder, dass sich Menschen eigentlich an alles gewöhnen können. Bei uns gibt es keine zeitlichen Begrenzungen beim Einkaufen von Lebensmitteln – jeden Tag kann man alles zum gleichen Preis bekommen. Das finde ich auch bequem, besonders wenn ich viel Arbeit habe. Dann kann ich mich einfach am Sonntag mit den notwendigen Lebensmitteln versorgen. Hier müssen wir unsere Gewohnheiten an eine andere Tagesordnung anpassen. Das bedeutet aber auch, dass wir, wenn wir wieder in Vilnius sind, eine gute Dosis Freude bekommen werden!

Und nachdem ich das alles geschrieben habe, habe ich plötzlich gemerkt, dass es für mich eigentlich wichtiger ist, jederzeit Lebensmittel kaufen zu können als Bier! :D Ich nutze diese alkoholische Freiheit gar nicht so viel wie die Freiheit beim Lebensmitteleinkauf! Aber mir ist schon klar, dass der Mensch nie vollkommen glücklich sein kann. Deswegen ist es besonders gut, unterschiedliche Bedingungen auszuprobieren.

Wir schauen selbst keinen Fußball, aber da meine Freunde hier in Deutschland sich dafür interessieren, wissen wir wenigstens, welche Mannschaften im Viertelfinale stehen und um den Einzug ins Halbfinale kämpfen! Also, ich liebe diesen Sommer wieder!