Wassermelone – 10. Juli
Heute hatte ich einen sehr ruhigen Tag, und nach den gestrigen Emotionen war das sehr erleichternd. Unsere Kollegin Constanze hat eine schöne Wassermelone ins Büro mitgebracht und sie mit selbst angebauter Pfefferminze vorbereitet. Das war eine sehr schöne Entdeckung. Ich mag Wassermelonen sehr, aber sie sind etwas kompliziert fürs Essen vorzubereiten. Deswegen fand ich es eine sehr schöne Idee, die geschnittenen Stücke mit frischer Pfefferminze zu mischen, sodass sie noch einen frischen Geruch bekommen.
Der Sommer ist für mich mit einigen traditionellen Sachen verbunden, unter denen die wichtigsten Schwimmen im See, Eis und Wassermelone sind. Das Meer gehört für mich nicht so selbstverständlich zum Sommer wie genug Wassermelone und Schwimmen im See. Und da Schwimmen für mich hier noch nicht so erreichbar ist, esse ich fast täglich Wassermelone! Wenigstens eines der wichtigen Elemente für einen perfekten Sommer ist damit aktiviert.
Fast jeden Tag kaufe ich hier eine kleine Wassermelone und habe im Hotel mein wunderschönes Ritual: im Sessel sitzen und diesen sommerlichen Prozess genießen! Man muss ständig die Wassermelone schneiden und essen und schneiden ... Die Hände sind nass und klebrig, der Bauch voller Flüssigkeit, und das Beste ist, dass diese Freude sogar im Hotelzimmer erreichbar ist! Einen großen Teller und ein Messer haben wir inzwischen auch. Außer Sandwiches und Wassermelone haben wir hier keine weiteren kulinarischen Besonderheiten.
Da ich heute schon so detailliert auf kulinarische Freuden und Herausforderungen eingegangen bin, muss ich noch hinzufügen, dass für einen echten Litauer das Leben ohne normales Brot sehr schwierig ist! Wir haben in Litauen eine ganz bestimmte Brotsorte, die international nicht unbedingt so verbreitet ist. Unser traditionelles Brot ist dunkel und hat einen starken Geruch und Geschmack. Hier kann man in den Läden natürlich auch Brot finden, auch ganz dunkles, aber es riecht nicht so ... Nicht so litauisch.
Wir haben auch ziemlich hohe Anforderungen nicht nur an dunkles, sondern auch an weißes Brot, das ebenfalls schön und frisch riechen muss. Hier in Berlin finde ich meistens geruchloses Brot, und das ist für mich ungefähr dasselbe, als würde ein Mensch ohne Intonation und Emotionen sprechen.
Also vermisse ich das Brot! Aber noch nicht so stark. Besonders im Sommer, wenn es so viele Wassermelonen gibt.
Übrigens muss ich hinzufügen, dass ich auch viele andere essbare Vorteile hier in Deutschland sehr schön finde und zu schätzen weiß. Erstens ist es hier beliebt, dieses halbgebackene Brot zu verkaufen, das man zu Hause selbst fertigbacken kann, und das finde ich sehr schön. Natürlich nicht für jemanden, der im Hotel lebt, aber grundsätzlich muss man sich darüber wirklich freuen.
Außerdem gibt es hier eine große Auswahl an leckeren vegetarischen Produkten, die in Litauen nicht so vielfältig ist. Angefangen bei allen möglichen vegetarischen Würstchen bis hin zu veganem Käse, Lachs und vielem anderen.
Meine Assistenten sind allerdings sehr klug und können diese vegetarischen Produkte sofort unterscheiden. Mindaugas sagte zum Beispiel, dass eine Sorte Würstchen genauso riecht wie die „echten“ Fleischwürstchen. Aber nicht für Begemotas und Pipiras. Ich versuchte, beide mit meinen Leckereien zu verwöhnen, aber sie wollten sie nicht einmal nehmen. Also sind sie beim Essen wohl eher Mindaugas' Freunde.
Noch eine schöne Sache: Hier in Schöneweide gibt es ein sehr gutes Burger-Café! Oder vielleicht eine Burgerei? Wenn wir eine Wäscherei und eine Bäckerei haben, dann können wir doch auch Burgerei sagen? Auf jeden Fall haben wir am Abend einen Burger mit Halloumi probiert, und der war viel besser als diese geschmacklosen Burger von McDonald's!
Am Wochenende werde ich sehr wenig machen, mich vielleicht nur ein bisschen mit meinem Schreiben beschäftigen und noch mit meinen iMovie-Studien. Und nächste Woche ist unser Büro im Urlaub, aber ich werde trotzdem manchmal hierherkommen, weil das Internet nur hier wirklich gut funktioniert. Im Hotel haben wir damit auch einige Herausforderungen.
Aber dort, wo es gute Burger, eine gute Eismanufaktur und noch dazu funktionierendes Internet gibt, kann ich auch lernen und arbeiten!