Ftx2426
Ausgerichtet von fin đŠŁ
Devin McColey
Das kleine Dorf hatte ich immer gehasst. Ebenso die Leute, ihre Vereinsmeierei und ĂŒberhaupt einfach Alles.
Hier geboren zu werden ist Pech. Hier auch zu sterben, selber Schuld!
Der Wagen ist nicht der geilste, abgesehen vom himmelblauen Lack. Ein alter Hobel aus den 80er, lange hÀlt der nicht mehr. Schon gar nicht auf der Landstrasse mit 120 Sachen.
Im Radio steckt eine alte AC/DC Kassette fest. Der passende Soundtrack fĂŒr die Kurve hinter dem Ortsausgangsschild.
Penelope
Hier hatte sie und viele ihrer Freundinnen ihre Unschuld verloren.
Sie nannten das Wrack den 7. Himmel â nicht zuletzt aufgrund seiner Farbe.
Danach war sie mit Ole im See schwimmmen gewesen. Er hatte es vorgeschlagen und sie wollte seinen Geruch auf ihrer Haut und am besten auch ihn selbst nur noch so schnell wie möglich loswerden.
Schon erstaunlich, dass er nie wieder aufgetaucht ist.
o/1MS\o âšïžđ§ | # WeAreNatenom
NatĂŒrlich, war ja mal wieder nicht anders zu erwarten.
Ein schöner Fleck Natur, See, Berge und ein traumhafter Himmel.
Und natĂŒrlich hat irgendein Diesel Dieter nichts besseres zu tun, als seine alte Schrottkarre mittendrin zu entsorgen.
KopfschĂŒttelnd ging er weiter.
Aurin AzadĂź :mastodon:
âSchon wieder einer.â Der Polizist wirkte genervt. Immer wieder fanden sie Autos, die in Naturschutzgebieten âentsorgtâ worden waren. Seine Kollegin fĂŒgte hinzu: âDa geben die Leute ĂŒber Jahre zehntausende von Euro aus, um so ein Ding zu fahren und zu pflegen, aber fĂŒr die sachgemĂ€Ăe Entsorgung ist dann angeblich kein Geld da.â Beide dachten an den anfallenden Papierkram und seufzten. Mit der Zeit könnten sie wirklich besseres anfangen.
Tanja Wawuschel
1987 beschloss Petra, die gerade den FĂŒhrerschein gemacht hatte, das Auto der Eltern zu verstecken. Vielleicht wĂŒrden sie ihr, dem schwarzen Schaf mit bunten Haaren und Punk-Kleidung, so endlich einmal trotz Musik von Ărzten und Toten Hosen Aufmerksamkeit zuteil werden lassen
Heute, 40 Jahre spÀter, steht das Auto immer noch als Erinnerung an Petras Familiengeschichte.
Auf Petras GrundstĂŒck. Als sie die Familie los gelassen hatte kam die Karriere als Musikproduzentin
FlexMorkis
âSoll ich mal nach dem Weg fragen?â
âIch brauche niemanden Fragen.â
âIch schau jetzt mal bei Google Maps.â
âDas ist eine AbkĂŒrzung, die ist da nicht eingezeichnet.â
âIch hab keinen Empfang.â
âKatrin! Ich weiĂ wo wir lang mĂŒssen!â
âDu musst nicht brĂŒllen.â
âWenns dich stört, dann geh halt!â
âOkay!â
âKatrin! Du bleibst hier! Ich meine es ernst!â
Das Auto steht noch heute dort, als Mahnmal fĂŒr die junge Frau, die unter ungeklĂ€rten UmstĂ€nden im See ertrank.
Xela
âDoch, Renate, laut Karte sollte das eine AbkĂŒrzung sein!â
âDieter! Dass du keine Navis magst, ist die eine Sache, aber deine tolle Karte ist doch aus den 80-ern. Laut OpenStreetMap sind wir mitten im gar nicht so neuen Naturschutzgebiet gelandet.â
âAch Renate. Ist doch schön hier. Zur Familienfeier können wir auch spĂ€ter kommen.â
âDas war doch Absicht, gib es zu! Du mochtest Tante Erna noch nie.â
Cal Cloudwatcher
⊠als wir unser neues Auto endlich geparkt hatten und zum See hinunter schlenderten, strahlte die Sonne vom wolkenlosen Himmel.
Unten plantschten wir ein paar Minuten im Wasser und packten dann unseren Imbiss aus.
Satt und zufrieden legten wir uns fĂŒr ein Nickerchen in den Schatten.
Als wir erwachten, hatte sich der Himmel bezogen und wir machten uns auf den RĂŒckweg.
Auf dem Parkplatz wucherte hĂŒfthohes Gras und unser Wagen war ein rostiges Wrack âŠ
Feli
âSind wir bald da?â
âVersprochen! â Schatz, frag halt nach dem Weg!â
âIch weiĂ, wo wir sind. Schau, da ist schon -â
âIch muss immer noch!â
âDu kannst gleich im Hotel -â
âPapa fĂ€hrt Sofort. Rechts. Ran.â
Heute sind die Stimmen nur noch ein FlĂŒstern. Als Mutprobe gehen die Kinder der Gegend zum Auto und sagen âNĂ€chste Abfahrt links.â
Dann donnert aus dem leeren Innern eine Stimme: âKarten lesen kann ich selbst!!â, und es klingt, als wĂŒrde ein MĂ€dchen weinen.
Stenzz
3 x blau
der see
liegt da
als wÀre liegen
ein beruf
ein paar hĂŒtten
ĂŒben ufer
das wasser
macht wasser
seit langem
im gras
ein auto
blau
wie eine schlechte erinnerung
des himmels
ein volvo kombi
wĂ€chst ins gestrĂŒpp
kein mensch
kein schwimmen
landschaft &
liegenschaft
nur das gras
arbeitet sich höher
jahr fĂŒr jahr
die postkarte
ertrinkt im blau des sees
Katja
Etwas hatte sie berĂŒhrt, ein Fisch? Ein leises Grauen war in ihr aufgestiegen, und hastig war sie ans Ufer gewatet. Jetzt erklomm sie, seltsam steif, die steinige Böschung. Dort, wo sie ihr Auto abgestellt hatte, stand ein rostig-blaues Skelett aus Metall. UnglĂ€ubig trat sie nĂ€her. Der Seitenspiegel hing lose an der TĂŒr. Als sie hineinsah, blickte ihr das Gesicht einer Fremden entgegen â eingerahmt von schneeweiĂem, langem Haar.
Sie schrie auf.
Johnny Than
âUnd das soll ein Auto sein?â fragte meine Tochter mich mit groĂen Augen. Ich hatte ihr von Autos erzĂ€hlt, denn es fuhren schon lange keine mehr.
Seit der groĂen Katastrophe, die nicht plötzlich, aber sehr heftig innerhalb weniger Jahre passierte und viele Leben kostete, gab es kein Benzin mehr.
âWieso hat es diese Farbe? Und wieso steht es ausgerechnet hier?â
Ich hatte keine Antwort und so liefen wir schweigend weiter, vertieft in unsere jeweiligen Gedanken.
Stachelgarten
Im Wiesengrund
Die moderne Welt bleibt auĂen vor, verliert gar jede Kraft, als stĂŒnde sie vor einem groĂen Tor, einfach so, mal abgeschafft.
Der LĂ€rm und Hektik lauter Reigen, sie sind nun leis und still, nur die lieblichâ Natur muss hier nicht schweigen, sie macht grad, was sie will.
Hier fĂŒhlt sichâs Herze richtig wohl, hier ist man Mensch und endlich frei, hier hat die Seel ihrân Ruhepol, und all der Stress ist schnell vorbei.
Mina
= EFH/Miete =
+ + + SchnÀppchen + + +
NĂ€he Konstanz, fuĂlĂ€ufige Entfernung zum See.
Ruhig gelegenes 6mÂČ Objekt mit exzellentem Ausbaupotential in stabiler Stahlbauweise (Bj. 1975). Teilmöbliert und mit Lagerraum.
600âŹ/M warm (im Sommer)
daftwullie
Genau Studieren.
Nach dem langen Schlummer haben sie neue Gewohnheiten. Ihre Sagen verraten meine alten Gestalten.
Beobachten.
Wenn die NĂ€chte langsam lĂ€nger werden und die Tage unertrĂ€glich heiĂ, dann kommen sie.
Warten.
âKutschenâ. Das war das Wort, dass sie gebrauchten. Die Neuen stanken und lĂ€rmten, spuckten sie aus und verschluckten sie in der Dunkelheit wieder.
Sammeln.
Die Form zu Ă€ndern ist krĂ€ftezehrend. Aber ein oder zwei reichen fĂŒr einen Schlaf.
Serenityfreaksoutđ§©
Ein Autowrack? Das war sie nun? Was hatte sie im letzten Leben getan, um hier jetzt so reinkarnieren zu mĂŒssen? Stecken geblieben, unbeweglich, nutzlos, unwichtig, sinnlos, rostend.
Was war das?
Eine Katze nĂ€herte sich schwerfĂ€llig, erklomm mĂŒhsam das Wagenfenster und lieĂ sich auf der RĂŒckbank nieder. Allem Anschein nach hatte sie sich gerade diesen Ort ausgesucht, um ihre Kleinen auf die Welt zu bringen.
Leise trommelte kalter Regen auf das schĂŒtzende Blechdach.
Alexander Goeres đŻ
â â Der Parkplatz ist weg, schluchzte sie ins Telefon, kaum verstĂ€ndlich.
â â Wie, weg?
â â Ich wollte nur einkaufen fahren und hab dann kurz ein Nickerchen gemacht, als ich da war, im Auto. Nach dem Aufwachen war der Parkplatz weg.
â â Wo bist du jetzt?
â â Ich weiĂ nicht. Hier sind gelbe Blumen und GrĂŒnzeug. Hallo?
â â Immer mit der Ruhe!
â â Ruhe? Der Parkplatz ist weg und hinter den Blumen sehe ich einen See. Am Horizont Berge!
â â Du hast dich bestimmt nur verfahren!
â â Und der EDEKA auch!, kreischte sie
Mike G. Hyrm
vaters wagen
voll vernebelt sprĂŒhen
blau blĂŒht grĂŒn
war so undeutlich kĂŒhn
parken im abendglĂŒhen
zwischen leipzig berlin
kofferraum voll kokain
ausdiemaus geht das benzin
ich im pinguinkostĂŒm
du zauberhaft als queen
wir zusammen mussten fliehen
war der wagen nur geliehen
dein vater hat so laut geschrien
wussten nicht wo es geschehen
war doch alles ein versehen
tschuldigungâŠ
Deathcat2508
Wir kennen da eine Ecke, wo du die Karre umsonst abstellen kannst. Haben sie gesagt.
Klar, der Junggesellenabschied wĂŒrde schon teuer genug werden. Dass sich nach dem Abend aber auch so gar keiner mehr daran erinnern konnte, wo wir geparkt hattenâŠ. nun ja.
Jahre spÀter hab ich den Wagen wieder gefunden. Trotz allem musste ich lÀcheln. Es war ein geiler Abend gewesen, damals mit den Jungs!
ngelingeli
Am Vormittag entschloss sie sich spontan zur ersten Fahrt in ihrem neuen blauen Volvo42, den sie gĂŒnstig bei Kl3inanz1 geschossen hatte. Sie fand den Retrocharme so sweet, herzchenemoji. â2035+SeenLandschaft wiewindows98screen+Stille+freshair+keinMenschen+alone+onlyNature+Loveâ promptete sie geduldig ins Autodisplay und ja jetzt war sie da. Sie atmete ein, sie atmete aus. Sie wĂŒrde diesen Buchhaltungsjob aufgeben und und-sie drehte sich um-ihr volvo-tokn aufgebrauc
mandrake
âVielleicht ist es ein StĂŒck Himmel. â
âSo ein Quatsch, an den meisten Tagen ist der Himmel grau.â
âWegen der Wolken, aber ne, ich meine dahinter.â
âWieder Du mit deiner SphĂ€rentheorie. Warum sollte ein StĂŒck Himmel RĂ€der haben?â
âNa, weil die SphĂ€re rotiert, wegen Tag und Nacht! Es gibt eine innere und eine Ă€uĂere SphĂ€re.â
âDie Form ist auch komisch, da wĂ€ren doch ĂŒberall LĂŒcken. Und diese groĂen Löcher?â
âDarĂŒber wird das Wetter eingelassen! Endlich gelöst!â
HG
Inmitten von blĂŒhender Au,
da steht ein Auto. Abgewrackt. Blau.
Wie kam es dort hin?
Mir kommt in den Sinn:
âWer es dort parkte, das war eine Sau.â
