Wieder einmal bin ich in einem Land unterwegs, von dessen politischer Lage ich eigentlich keine Ahnung habe. Was weiß ich schon über die Republik Nordmazedonien, immerhin NATO-Mitglied und EU-Kandidat? Gestern hat mir eine Frau erzählt, über Jahrzehnte hätten die Führenden hier den Reichtum des Landes in die eigenen Taschen gewirtschaftet. Eine Wutbürgerin, die immer auf “die da oben” schimpfen wird, weil sie mit dem eigenen Leben nicht zurecht kommt? Oder sachliche Analyse? Ich weiß es einfach nicht.

Also schaue ich mal bei Wikipedia. “Nordmazedonien hat eine der schwächsten Volkswirtschaften Europas und befindet sich in einem Transformationsprozess, sowohl wirtschaftlich als auch politisch. Der Staat hat mit hoher Arbeitslosigkeit, einer schwachen Infrastruktur und fehlenden Investitionen zu kämpfen.” Ansonsten lerne ich, dass es große Auseinandersetzungen zwischen den slawischen Mazedonier:innen und der albanischen Minderheit gab, die 2004 zumindest vorläufig befriedet wurden. Bemerkt habe von der Unruhe nichts, auch wenn ich durch albanisch bewohnte Orte gekommen bin. Die Moscheen stehen augenscheinlich friedlich neben den orthodoxen Kirchen. Auch für die letzten Jahre ist von Regierungskrisen und Unuhen die Rede. In den verschiedenen Freiheits- und Demokratie-Indexen landet das Land weltweit gesehen eher im unteren Drittel.

Nun, so viel mehr weiß ich jetzt auch nicht. Das bestätigt mich einmal mehr in der Annahme, dass man tief einsteigen und gut dran bleiben muss, um die Politik in einem Land eingermaßen einschätzen zu können. Das werde ich hier nicht schaffen.

#Politisches