Edumail #101: Pädagogische Verantwortung im Kontext von KI

Hallo zur Edumail im Oktober,

wenn es in der Bildung um KI ging, lag mein Fokus in den letzten Jahren viel auf der Frage, wie ich selbst oder Lernende diese Technologie möglichst sinnvoll und lernförderlich nutzen können. Ich habe dazu immer wieder Gedanken und Ideen geteilt. Dazu gehören KI als Resonanz- statt Antwortmaschine, eine kontra-intuitive Nutzung, die nicht Fertiges liefert, sondern herausfordert oder der Ansatz der Modellierung, bei dem man sich zuerst die eigenen Vorkenntnisse vergegenwärtigt und die KI-Interaktion dann daran ansetzt. Seit Anfang des Jahres kam für mich das sogenannte Vibe-Coding hinzu: Mit agentischen KI-Systemen lassen sich auf faszinierende Weise Lern- und andere Online-Anwendungen gestalten und teilen, was nicht nur ich als Selbstwirksamkeitsbooster erlebte, weshalb es aktuell im KI-Bildungsdiskurs meiner Wahrnehmung nach eine dominierende Rolle spielt.

So richtig ich diese Erkundungen weiterhin finde und so hilfreich sie im Einzelfall sein können, gerät mir dabei aber zunehmend eine viel entscheidendere Frage aus dem Blick: Was ist eigentlich unsere pädagogische Verantwortung im Kontext von KI? Liegt sie wirklich vor allem darin, KI-Nutzung zu lernen oder geht es nicht mindestens ebenso darum, was diese Technologie für uns, für Lernende, für unsere Gesellschaft und damit für die Gestaltung guter Zukünfte bedeutet und wie Technik dazu auch ganz anders gedacht werden könnte? Diese Perspektivenverschiebung wird mir aus drei Gründen wichtiger:

1. Eine eigene Ernüchterung, gerade auf längere Sicht. Selbst bei einer vermeintlich lernförderlichen Nutzung von KI als hinterfragendem Sparringspartner stelle ich im Rückblick auf mehrere Monate fest, dass die Auseinandersetzung oft an der Oberfläche blieb. Das gilt gerade auch dann, wenn ich keine fertigen Antworten bekam, sondern Denkanstöße oder Fragen. Ich merke es beispielsweise daran, dass mir Blogbeiträge, die so entstanden sind, kaum präsent sind. Und wenn ich mir Dinge erst einmal schnell zusammenfassen lasse, um dann dort zu vertiefen, wo es mich interessiert, geht mir mehr und mehr die Freude am eigenen Erkunden und Entdecken verloren. In der Mail-Kommunikation bin ich zunehmend irritiert, über wohlklingende und wertschätzende Nachrichten, bei denen ich aber die wirkliche Intention nicht entschlüsseln kann und mir deshalb wünsche, dass mir die schreibende Person anstelle des generierten KI-Outputs besser den von ihr dazu eingegebenen Prompt gesendet hätte … All das sind sehr subjektive Eindrücke. Da sie mich aber zu der persönlichen Entscheidung geführt haben, in meinem eigenen Lernen weitgehend auf KI-Tools als Sparringspartner zu verzichten, kann ich das kaum noch überzeugend pädagogisch empfehlen. Hilfreich finde ich die Tools weiterhin, wenn sie mir konkrete Arbeit abnehmen, die kein Entwicklungspotenzial für mich beinhaltet: formatieren, korrigieren, zusammenstellen, in großen Datensammlungen nach übergreifenden Mustern fragen … All das ist natürlich viel weniger faszinierend, als eine auch von mir erhoffte ‚Resonanzmaschine‘ zum Lernen.

2. Die wachsende Erkenntnis, dass Technik nicht neutral ist. Technik entsteht immer unter bestimmten gesellschaftlichen Bedingungen, weshalb die Interessen ihrer Anbieter als Muster in sie eingeschrieben sind. Wenn das Interesse aber ist, dass sich etwas möglichst gut verkauft, ist das nicht identisch damit, dass etwas individuell lernförderlich und gesamtgesellschaftlich sinnvoll und stimmig ist. Wir sehen das daran, wenn der ‘Zustimmungscharakter’ von KI-Chatbots, der sie für immer mehr Menschen zu immer attraktiveren ‚Gegenübern‘ gerade auch bei sozialen Herausforderungen macht, für ein solidarisches, empathisches und zuhörendes Miteinander in unserer Gesellschaft tendenziell destruktiv wirkt oder wenn KI-Agenten so weiter entwickelt werden, dass sie sich immer mehr Berechtigungen einholen, weil solch ein autonomes Arbeiten unter einer simpel gedachten Effizienzlogik natürlich sehr vielversprechend erscheint, aber zugleich reale Gefahren mit sich bringt. Über alledem steht, dass die vorherrschenden KI-Tools zu großen Teilen in den Händen der sogenannten ‘Tech Bros’ sind, deren Weltbild für mich nicht mit guten Zukünften für alle vereinbar ist. Immer mehr Macht in ihren Händen halte ich für eine Gefahr für unsere Demokratie.

3. Der Wunsch und die Notwendigkeit nach grundlegenden Alternativen zur gegenwärtigen Digitalisierung. Wenn wir uns nur darauf konzentrieren, wie wir die vorherrschenden Tools verwenden, vergessen wir, dass Technik immer menschengemacht und damit gestaltbar ist. Wir können kleinere KI-Werkzeuge, offene Möglichkeiten oder ganz andere Formen von Technologie betrachten und gemeinsam überlegen, welche Technik wir uns für ein gutes Leben und eine gute Gesellschaft wünschen. Das Internet in seiner Grundstruktur mit einer sehr umfangreichen, entwickelten digitalen Allmende, steht uns dabei grundsätzlich weiterhin zur Verfügung. Es ist nur unter Plattform-Ökonomie und immer mehr KI-Slop verborgen.

Aus all diesen Gründen folgt für mich nicht, dass wir KI-Tools in der Bildung deshalb verbieten sollten. Noch mehr Fremdbestimmung hilft niemandem und es wäre auch ein reichlich absurdes Unterfangen. Denn die Tools sind in der Welt und Teil der Lebensrealität und erfordern deshalb ein Lernen und eine Auseinandersetzung dazu. Genau deshalb ist pädagogische Verantwortung für mich dann aber nicht vorrangig, eine lernförderliche Nutzung zu überlegen und voranzubringen, sondern vielmehr Räume zu schaffen, in denen diese Lebensrealität reflektiert sowie ein Umgang damit gefunden wird, der dann gerade auch eine bewusste Nicht-Nutzung sein kann. Und vor allem auch zu Alternativen zur vorherrschenden KI-Ausprägung und Digitalisierung zu ermutigen und zu ermächtigen. In dieser Edumail teile ich meine Versuche, wie so etwas in Lernangeboten ganz konkret aussehen kann. Du kannst diese Ansätze und methodischen Ideen gerne weiterverwenden. Hinzu kommen inhaltliche Impulse, um die genannten Aspekte zu vertiefen. Und natürlich auch weitere Anregungen, die nichts mit dem direkten KI-Diskurs zu tun haben.

Ich wünsche dir viel Freude beim Erkunden und bin gespannt aufs gemeinsame Weiterlernen!

Herzliche Grüße und einen schönen, bunten, den Kopf freipustenden Herbst! 🍃 Nele Hirsch | eBildungslabor
Was ist meine pädagogische Verantwortung im Kontext von KI?
♥️ Wertschätzende Triade zur Reflexion der eigenen KI-Nutzung
Zur Reflexion der eigenen KI-Nutzung kann die folgende ‘wertschätzende Triade’ hilfreich sein. Die Übung lässt sich auch beliebig abwandeln und z. B. auch zur Reflexion der eigenen Social-Media-Nutzung einsetzen.

Die Beteiligten finden sich dazu in Gruppen zu dritt zusammen. Die erste Person beginnt und erzählt den anderen beiden zwei Minuten lang, wie sie KI-Tools nutzt oder nicht nutzt und wie es ihr dabei geht. Die zweite Person spiegelt in einer Minute, was sie gehört und verstanden hat. Die dritte Person beobachtet Körpersprache, Mimik und Gestik der berichtenden Person und spiegelt ebenfalls in einer Minute, welche Emotionen ihr aufgefallen sind. Dann werden die Rollen gewechselt und weitere Runden in der gleichen Form gestaltet, sodass alle einmal in der sprechenden Rolle waren. Ich mag daran das doppelte Spiegeln und das Öffnen eines Reflexionsraums, in dem wir uns vertiefter fragen, was Digitalisierung mit uns macht bzw. wie wir zu ihr stehen.
❓ Barcamp-Session-Idee: Prove me wrong!
Sehr hilfreich für mein Nachdenken zur Haltung zu KI war eine Session, die ich Ende August im Rahmen des OERcamp in Erkner angeboten habe. Ganz bewusst habe ich dazu eingeladen, mich vom Gegenteil zu überzeugen, dass die vorherrschenden KI-Tools – überspitzt formuliert – Mist seien. Solch einen ‘Prove me wrong!’-Ansatz finde ich – auch unabhängig von diesem konkreten Thema – einen schönen Aufhänger für Barcamp-Sessions. Ich kann mir gut vorstellen, das auch mit anderen Themen zum eigenen Lernen ähnlich zu gestalten. Wie wir genau vorgegangen sind, und auch jede Menge differenzierte und vielfältige Einschätzungen, die bei der eigenen Haltungsfindung vielleicht unterstützen können, habe ich gebloggt:
Zum Blogbeitrag

Mehrheitlich nahm ich die Stimmung in der Session so wahr, dass nur wenige meine Skepsis umfassender teilten, aber wohl einzelne Aspekte für bedenkenswert hielten. Als ganz konkretes Ergebnis sind drei Leitfragen entstanden, die weitergenutzt werden können, um in einer konkreten Situation zu einer bewussten KI-Nutzung oder auch Nicht-Nutzung zu finden: Welches reale Lernpotenzial liegt darin, gerade auf längere Sicht? Was geht durch die Nutzung verloren oder gerät aus dem Blick Welche Konsequenzen hat die Nutzung für mich, für andere Menschen und für die Welt?  
💡 Inhaltliche Impulse
Ich habe in meinem Blog in den letzten Wochen aufgeschrieben, … … warum Technik nicht neutral ist (TL;DR: Technik wird unter gesellschaftlichen Bedingungen entwickelt und trägt deshalb die Interessen der Anbieter als Muster in sich. Bei KI-Chatbots ist das z. B. ihr Zustimmungscharakter, weshalb wir uns gerne mit ihnen unterhalten, oder es sind immer autonomer agierende KI-Agenten, die gesamtgesellschaftlich nicht sinnvoll, sondern gefährlich sind, aber größtmögliche Effizienz im Sinne eines Ersatzes menschlicher Arbeitskraft versprechen.) … warum es wichtig ist, zu verstehen, was ‘unter der Haube’ von KI-Technologie passiert (TL;DR: Es ist eine Technologie, die noch nicht etabliert ist und über keinen ‘gesellschaftlichen TÜV’ verfügt. Es gilt, gemeinsam zu entscheiden, welche Art der Technologie wir wollen.) warum KI-Tools, verstanden als Chatbots, nicht alternativlos sind (TL;DR: Es ist nicht zwangsläufig, dass sich jede Technologie gesamtgesellschaftlich immer durchsetzt. Und es ist ein schlechtes Argument, als Beispiel das heranzuziehen, wovon Menschen früher vielleicht einmal dachten, dass es sich nicht durchsetzen wird, und was sich dann doch durchgesetzt hat. Natürlich kann das auch bei KI-Chatbots so sein; es ist aber nicht zwangsläufig. Und solch eine TINA-KI (= There is no alternative) versperrt den Blick darauf, dass jede Technik immer menschengemacht ist.) Ich freue mich über Zustimmung, Widerspruch und Weiterdenken. 😊
✅ KI-Strategie entwickeln
Die Kolleg:innen der Multimediamobile in Niedersachsen habe ich bei einer strategischen Beratschlagung zu KI unterstützt, die die oben genannte Orientierung (= Was ist pädagogische Verantwortung im Zentrum, statt: Was können wir damit tun?) zur Grundlage hatte. Der Aufbau solch einer strategischen Beratschlagung mithilfe des Golden Circle von Simon Sinek (= erst das Wozu klären, dann das Wie und das Was) gibt einen sehr hilfreichen Rahmen, der aus meiner Sicht gut weiter genutzt werden kann. Ich habe kurz aufgeschrieben, wie das konkret aussehen kann:
Zum Beitrag
🧑‍🏫 Was gehört zur pädagogischen Verantwortung im Kontext von KI?
Bei einem Barcamp der Förderschulen in Dormagen habe ich anhand der bei Holger Heinze gelernten Drama-Rollen herausgearbeitet, was pädagogische Verantwortung konkret bedeuten kann. Mein Ausgangspunkt war, dass wir – ob in der Schule oder privat – sehr oft Drama-Rollen spielen: Das Opfer: Ich kann gar nichts! Der Retter: Ich löse das für dich! Der Schurke: Ich weiß, was du alles falsch machst! Sich diese Rollen bewusst zu machen, hilft dabei, sie in Wandelrollen zu transformieren: Das Opfer wird Gestalter*in und greift Handlungsmöglichkeiten auf. Der Retter wird zum Coach und unterstützt Entwicklung. Und der Schurke wird zum Herausforderer und bringt sich in die Lösungsfindung ein.

Übertragen auf die Bildung im Kontext von KI bedeutet das: Schüler*innen in der Opferrolle fragen: Wozu noch lernen?, und lassen die KI für sie machen. Als Gestalter*innen können sie stattdessen sagen: ‘Ich will lernen’ – und KI wird zur möglichen Erweiterung statt Abkürzung. Lehrkräfte in der Opferrolle fragen: Wozu noch lehren?, und lassen die KI den Schüler*innen sehr effizient alle Inhalte bereitstellen. Als Coach nehmen sie dagegen pädagogische Verantwortung wahr und öffnen Räume für Entwicklung, Reflexion und Gestaltung. Und die Gesellschaft in der Schurkenrolle fragt: Wozu noch Bildung?, und hofft auf KI, weil Schule ja ohnehin nichts auf die Kette kriegt. In der Rolle der Herausforderin ist Schule dagegen ein Ort, an dem zur Gestaltung von Zukünften ermächtigt wird. Und in diesem Rahmen ist dann auch Digitalisierung und KI etwas, was nicht vorgegeben oder alternativlos ist, sondern gemeinsam konvivial gestaltet werden kann.
Gewandelte Opferrollen
Welche Räume dann genau zur pädagogischen Verantwortung gehören, habe ich auf dieser Kritzelfolie visualisiert:
Räume für Entwicklung, Räume für Reflexion, Räume für Gestaltung
Die vollständigen Folien findest du in meinem Blog – inklusive eines schönen Beispiels, das mir Franca Federer bei diesem Barcamp berichtet hat und das für sie im Kontext von KI eine hilfreiche, alternative Form von Technik wäre: Vorherrschende Transkriptionstools verbessern und korrigieren fehlerhaftes Einsprechen. Das kann – insbesondere vor dem Hintergrund der Teilhabe – sehr hilfreich sein. In der Inklusion, wenn Kinder und Jugendliche ermächtigt werden sollen, es selbst zu lernen, bräuchte es diese Korrektur aber oft gar nicht. Für eine Diagnostik und eine darauf aufbauende passende Gestaltung von Lernangeboten wäre es viel wichtiger, dass Fehler ganz genau aufgezeichnet und Muster darin erkannt werden.
Zum Blogbeitrag mit den Folien
〰️ Zum Einstieg in KI-Workshops: eine gemeinsame Grundlage schaffen
Eine Herausforderung bei vielen Angeboten zu KI in der Bildung ist, dass die Unterschiede zwischen den Teilnehmenden gefühlt immer größer werden Manche haben schon sehr viel ausprobiert und erkundet, andere steigen gerade erst ein. In dieser Situation hilft die folgende Einstiegsmethode, mit der alle sofort miteinander ins Gespräch kommen und voneinander und miteinander lernen. Selbsteinschätzung & Gruppenbildung: Alle zeigen per Daumen, wie sie sich im Vergleich zu den anderen einschätzen: Daumen hoch = eher mehr Erfahrung, Daumen runter = eher weniger. Darauf aufbauend werden Tischgruppen gebildet, in denen beide Seiten vertreten sind. Silent Writing: Alle bekommen ein A4-Blatt und notieren still für sich: Was kommt mir beim Begriff ‚KI in der Bildung‘ in den Sinn? Austausch am Placemat: Auf dem Tisch liegt ein vorbereitetes Viereck mit vier Ecken: 😊 positiv, 😢 negativ, ❓ Frage, ❗ Info. Reihum teilt jede Person genau einen Aspekt und klebt ihn als Post-it in die passende Ecke. Es werden mehrere Runden gemacht, z.B. insgesamt 5 Minuten lang. Unser Nordstern: Zum Schluss nimmt sich die Gruppe Zeit für die Mitte des Vierecks: Wozu greifen wir KI in der Bildung überhaupt auf? Was ist unser Nordstern? Mit diesem Einstieg sind alle sehr schnell im Austausch und haben falls noch nicht vorhanden einen guten Überblick und Einstieg ins Thema bekommen bzw. konnten zunächst teilen, was ihnen persönlich wichtig ist. Für den weiteren Workshop ist dann ein Nordstern und damit eine bewusste Ausrichtung im Blick.
Vorbereitetes Placemat der Methode
🗨️ Heard – Seen – Respected wird zu: wirkungsvoll, selbstbestimmt und verbunden
Bei einem Lernlabor an der Gesamtschule in Büren, bei dem wir uns gemeinsam Zeit für Zukunftsdenken genommen und dabei insbesondere über das Wozu der pädagogischen Tätigkeit gesprochen haben, sind wir mit einer abgewandelten Liberating-Structures-Methode eingestiegen, die den Namen ‘Heard – Seen – Respected’ trägt. Bei dieser Methode teilen Menschen in einem Sprechen-&-Zuhören-Format, wann sie sich einmal nicht gehört, nicht gesehen und nicht respektiert gefühlt haben. Weil in der Übung ein zuhörender Raum entsteht, in dem all das gegeben ist, kann das sehr heilsam wirken.

Unsere Abwandlung in Büren nahm stattdessen die drei menschlichen Grundbedürfnisse nach Deci und Ryan als Basis. Wir teilten somit in Kleingruppen nacheinander – wobei die anderen nur zuhörten –, wann wir uns in der Schule nicht wirkungsvoll, nicht selbstbestimmt und nicht verbunden erleben. Darauf aufbauend gestalteten wir dann eine zweite Runde und fragten positiv: Wann fühlen wir uns wirkungsvoll, selbstbestimmt und verbunden? Auf diesen Gesprächen ließ sich dann sehr gut aufbauen, was zukünftig gestoppt werden sollte und worauf aufgebaut werden könnte.

Ich habe die Methode als sehr wertschätzend, freundlich und konstruktiv erlebt und werde sie sicherlich noch häufiger nutzen. Vielleicht magst du damit auch experimentieren. Unser weiteres Vorgehen beim Lernlabor habe ich in meinem Blog geteilt.
Konzept Lernlabor Büren
🙂 Zum Abschluss: Mitfreude statt Missgunst – sowie eine analoge und eine Internetquatsch-Spielerei
Missgunst finde ich ein hässliches Gefühl, das durch tendenziell konkurrenzbasierte Systeme, in denen wir uns viel bewegen, und auch durch die vorherrschende Aufregungsbewirtschaftung von Social-Media-Plattformen immer wieder befeuert wird. Da tut es gut, sich immer mal wieder Zeit zum Innehalten zu nehmen und in die gegenteilige Richtung zu Mitfreude zu wirken. Zum Beispiel mit dieser schönen Übung: Augen schließen, an eine Person denken, die man kennt und die man schätzt oder die einem etwas bedeutet. Sich vorstellen, wie diese Person sich von ganzem Herzen freut. Möglichst konkret vorstellen: Wie ist die Mimik, die Körpersprache, das Lachen? Spüren, wie diese Freude auch bei einem selbst ankommt. Der Person in Gedanken viele gute Wünsche schicken. Im Fediverse wurde kommentiert, als ich diese Übung dort teilte: „4. Die Person persönlich kontaktieren, um ihr mal wieder was Nettes zu sagen und ihr eine Freude zu machen.“ Das ist natürlich auch immer eine gute Idee!

Außerdem darf in der Edumail natürlich eine Internetquatsch-Spielerei nicht fehlen. Ich empfehle: Eigendrum!
= eine interaktive Web-Anwendung, bei der eine Form gewählt oder selbst gezeichnet werden kann. Das Tool berechnet dann, welcher Klang entstehen würde, wenn man diese Form als Trommelfell anschlägt.

Eine Anregung für eine analoge Spielerei habe ich auch noch (bei uns in einer Ausstellung in Halle entdeckt): Vielleicht magst du anstelle eines ‚Logbuches‘ mal ein ‚Lochbuch‘ gestalten. Die Antworten auf die darin genannten Fragen zur Reflexion werden dann nicht angekreuzt, sondern eingestanzt.
Beispiel für ein Lochbuch
👋 Bis zur Edumail im November!
Ende Oktober freue ich mich ganz besonders auf Beteiligung bei den Learning Days in der Schweiz. Sehr passend zu dieser Edumail steht dort ein Impuls unter dem Titel: Mehr Technikutopismus wagen! Alles Gute für dich! Nele