(K)ein KI-Drama – beim Barcamp der Förderschulen in Dormagen

Den heutigen Tag habe ich an der Schule im Chorbusch in Dormagen verbracht. Dort fand ein Barcamp für Kolleg:innen aus Förderschulen aus der Region statt. Ich war für einen Impuls eingeladen – und habe anschließend einige Sessions angeboten.

Mein Impuls: KI-Drama

In meinem Impuls habe ich das Drama-Dreieck aufgegriffen und auf Schule und den aktuellen KI-Kontext übertragen.

Das Drama-Dreieck umfasst diese drei Rollen:

  • Das Opfer: Ich kann gar nichts!
  • Der Retter: Ich löse das für dich!
  • Der Schurke: Ich weiß, was du alles falsch machst!

Sich diese Rollen bewusst zu machen, hilft dabei, sie in Wandelrollen zu transformieren: Das Opfer wird Gestalter*in und greift Handlungsmöglichkeiten auf. Der Retter wird zum Coach und unterstützt Entwicklung. Und der Schurke wird zum Herausforderer und bringt sich in Lösungsfindung ein. (Gelernt habe ich zu diesem Modell bei Holger Heinze)

Auf den KI-Diskurs in der Bildung übertragen wird daraus:

Schüler*innen in der Opferrolle fragen: Wozu noch lernen? und lassen die KI für sie machen. Als Gestalter*innen können sie stattdessen sagen: ‚Ich will lernen ‚ – und KI wird zur möglichen Erweiterung statt Abkürzung.

Lehrkräfte in der Retterrolle fragen: Wozu noch lehren?, und lassen die KI den Schüler*innen sehr effizient alle Inhalte bereitstellen. Als Coach nehmen sie dagegen pädagogische Verantwortung wahr und öffnen Räume für Entwicklung, Reflexion und Gestaltung.

Und die Gesellschaft in der Schurkenrolle fragt: Wozu noch Bildung? und hofft auf KI, weil Schule ja ohnehin nichts auf die Kette kriegt. In der Rolle der Herausforderin ist Schule dagegen ein Ort, an dem zur Gestaltung von Zukünften ermächtigt wird. Und in diesem Rahmen ist dann auch Digitalisierung und KI etwas, das nicht vorgegeben oder alternativlos ist, sondern gemeinsam konvivial gestaltet werden kann.

Hier sind meine gekritzelten Folien dazu:

Folien: (K)ein KI-DramaHerunterladen

Austausch: Welche Technologie wollen wir?

Aus dem Barcamp-Austausch nehme ich vor allem ein schönes Beispiel zur Frage mit: Welche Technologie/ welche KI wollen wir?

Es gibt immer leistungsfähigere Transkriptionstools, die eingesprochene Fehler sehr gut korrigieren und den Text richtig ausgeben. Das kann in vielen Kontexten hilfreich sein. Im Förderschulbereich würde allerdings oft keine korrigierende, sondern eine diagnostizierende Transkription gebraucht – um auf dieser Basis dann eine gezielte Lernunterstützung gestalten zu können.

Danke Franca Federer für den guten Austausch dazu!

Fazit

Ich mochte heute sehr, das sehr große Engagement, der anbietenden Medienberater*innen, das man bei der Veranstaltung sehr spürte. Und ich bedanke mich für die Einladung!

Herausfordernd finde ich, wie sehr KI oder auch Digitales insgesamt in Schulen weiterhin überwiegend unter Werkzeug- und Arbeitserleichterungsperspektive nachgefragt wird. Ich merke, dass ich demgegenüber die Reflexion zu dieser Technologie zunehmend wichtiger finde. Zugleich erkenne ich auch an, dass ich auch einen langen Lernprozess mit ganz viel Erkundung und Ausprobieren durchlaufen habe, bevor ich zu dieser Schlussfolgerung kam. Das lässt sich wahrscheinlich nicht überspringen.