Wie blicken wir auf die Herausforderung von Nachhaltigkeit in der Bildung?
Ich habe über meine Anreise zur OERcamp Werkstatt nach Wutöschingen im Zusammenhang mit Lernkulturveränderung reflektiert. Das habe ich ursprünglich auf LinkedIn veröffentlicht. Nun teile ich den Text auch hier:
#NachhaltigkeitHeute startet die OERcamp Werkstatt an der Alemannenschule in Wutöschingen. Schon meine Hinreise hierher empfand ich als großes Privileg – und zugleich als guten Aufhänger zur Reflexion über Lernkulturveränderung. Warum?
Ich bin mit dem Nachtzug nach Zürich gefahren, dann weiter mit Regionalzügen nach Schaffhausen und Erzingen und die letzten 6 km zu Fuß über den Rechberg. Eine Alternative wäre gewesen, zu fliegen und dann wahrscheinlich mit dem Mietauto weiter.
Der Unterschied ist hier natürlich zuerst mal ganz direkt, wie ressourcenschonend die Anreise war. Das ist für mich aber nur ein Aspekt. Noch wichtiger finde ich, dass in der ersten Variante nicht nur Ressourcen geschont werden, sondern auch eine Öffnung und Hinwendung zu Leben und Lebendigem stattfindet: mit Austausch mit anderen in den Zügen, mit bewusstem Unterwegssein und dann im letzten Stück mit den ersten Sauerkirschen des Jahres, mit Wald, Wiesen und Stille – und Raum zum Spüren und Teil Sein.
Und genau hier kommen für mich Bildung und Lernen ins Spiel. Denn die große Herausforderung, vor der wir aus meiner Sicht hier gerade stehen, betrifft nicht nur die Art der Wissensvermittlung und Kompetenzentwicklung, sondern ebenso die Räume, in denen solch ein Erleben und Erkunden mit der Hinwendung zum Lebendigen stattfinden kann und Raum für Ehrfurcht und Staunen ermöglicht wird. Denn genau daraus kann dann bewusste Intention und Ausrichtung entstehen.
Ich bringe dazu als Impuls die sogenannten Inner Development Goals (IDGs) mit, die genau diese Herausforderung adressieren: Welche innere Entwicklung in Bezug auf Sein, Beziehung, Zusammenarbeit, Denken und Handeln brauchen wir, um gemeinsam nachhaltige Zukünfte zu entwickeln, in denen die Trennung von uns selbst, von anderen und von der Welt überwunden wird?
Ich bin gespannt, wie wir auch dazu hier in Wutöschingen weiterdenken und uns überlegen, welche Art von Lernmaterialien es dazu braucht.
