Ich habe Hobbies, so wie wahnsinnig viele Menschen auch. Dazu gehören, neben diesem Blog, auch TTRPGs, PlayStation zocken und lesen. Was ich nicht habe, ist Zeit. Zumindest genug davon, um irgendetwas davon sinnvoll und regelmäßig zu machen.
Abgesehen von der wöchentlichen DnD-Runde habe ich für nichts feste Termine.
Neben den Hobbies gibt auch so unwichtige Sachen wie die Kinder, meine Frau, Zeit mit der Familie verbringen. Dazu kommt noch die Arbeit. Ehrlich, wie soll ich da irgendwie Hobbies dazwischen klemmen?
Das geht schon irgendwie, werden jetzt viele denken. Aber die Realität sieht meist anders aus. Hier muss noch etwas erledigt werden, dort hat der Große eine Veranstaltung im Kindergarten, die Kleine muss zur U-Untersuchung zum Kinderarzt. Alles in allem bleibt insgesamt wenig freie Zeit. Trotz Eltern-Teilzeit und sonstige Privilegien, die ich genießen darf.
Die wenige freie Zeit wird dann eben für Familienaktivitäten genutzt: Spielen mit Kleinen, mit dem Großen rangeln, mich mit meiner Frau unterhalten. Am Ende des Tages bin ich meist so müde, dass ich mir nicht vorstellen kann, auch noch die Treppe hoch ins Büro zu gehen und anzufangen, einen Blogeintrag zu verfassen, oder ein Buch in die Hand zu nehmen und zu lesen (dabei will ich doch wissen, wie es mit Carl und Prinzessin Donut weitergeht)! Vom Zocken rede ich jetzt gar nicht, weil ich dazu noch gefühlt viel seltener komme.
Also verschimmle ich quasi auf der Couch und schaue mir Akte X an. (War das eigentlich schon immer so cheesy?)
So bleiben zumindest bei mir die Hobbies auf der Strecke. Es fühlt sich dann nach Arbeit an, in diese Hobbies wieder hineinzukommen. Selbst wenn Zeit da ist, kostet das Hobby plötzlich Überwindung. Und das nervt ungemein.
Ach ja, und von der wöchentlichen Körper-Maintenance (Sport), will ich gar nicht anfangen. Selbes Problem, selber Outcome. Auch das nervt.
Ich verstehe, wir werden alle älter, unsere Leben verändern sich. Aber zumindest einen Teil meiner Hobbies würde ich gerne behalten. Ich sehe mich sonst schon enden wie meine Eltern, die am Ende gar keine Hobbies mehr hatten, weil mein Bruder und ich, plus Arbeit, eben meinen Eltern viel Kraft gekostet haben.
Es ist ja auch wichtig, ein bisschen Me-Time zu haben. Zum Glück ist meine Frau das ziemlich verständnisvoll und gibt mir alle Freiräume. (Wahrscheinlich will auch sie einfach ihre Ruhe haben.) Aber nutze ich die Freiräume, werde ich kreativ? Nein natürlich nicht. Weil mein fetter Arsch einfach viel zu bequem und faul ist. Vielleicht würden Hobbies gar nicht so viel Überwindung kosten, wenn ich nicht so verdammt faul wäre? Bin ich am Ende sogar selbst daran schuld? Das kann gar nicht sein, dazu bin ich zu selbst-reflektiert! Oder? ODER?
Vielleicht liegt die Wahrheit auch irgendwo dazwischen. Zeit ist knapp, das ist nun mal so. Vielleicht habe ich mich aber auch an den Zustand gewöhnt. Wenn dann tatsächlich mal eine oder zwei Stunden nicht zu tun, weiß ich gar nichts damit anzufangen. Statt den Laptop einzuschalten oder ein Buch zu lesen, scrolle ich durchs Internet (Doomscrolling, yeah! Gut für meine geistige Gesundheit) oder bleibe eben auf der Couch sitzen und schaue Mulder und Scully beim Cheesy-Sein zu. Das kostet weniger Energie.
Hobbies wollen gepflegt werden und man muss sich auch darum kümmern, sonst gehen sie irgendwann ein. Und das wäre echt schade. Ich wollte doch den Dark Urge Run in Baldur's Gate 3 endlich zu Ende bringen! (oder endlich mal den zweiten Akt starten, wenn man ehrlich ist)
Immerhin habe ich es geschafft, den Text hier für meinen Blog zu schreiben. Und das ist ja schon mal was!
Wie haltet ihr das mit euren Hobbies? Denkt ihr, ihr habt genügend Zeit dazu?
Euer IdleHirn
Im Fediverse findet ihr mich unter @IdleHirn@friendica.de