Es gab eine Zeit, da nannte ich die Angst meine Freundin. Denn sie schützte mich hin und wieder vor Taten, die mir wirklich hätten schaden können. Und nun hat sie sich vermehrt, sie haben sich vermehrt: Ich hatte nämlich nie nur eine Angst, da waren immer mehrere bis viele. Höhenangst zum Beispiel ist eine Konstante in meinem Leben.
Doch es hat sich meine Haltung zur Angst, zu meinen Ängsten und zu den daraus in mir erwachsenden Sorgen verändert. Wobei: Entstehen Sorgen aus Ängsten oder Ängste aus Sorgen – oder gibt es da nur Koinzidenz, nicht Kausalität oder Korrelation? Ängstlicher bin ich nicht geworden, aber sorgenvoller. Nicht nur wegen der Situation da draußen im Lande. Da sind (Neuerdings? Oder hab ich's nur nie bemerkt?) viele Sorgen, die Menschen aus meinem Umfeld betreffen. Onkel Papa ist wieder sehr stark in mir. Ob das zusammenhängt mit dem Gefühl für mein Leben, das sich mit zunehmendem Alter ja nun auch ändert?
So sitze ich hier und beobachte Veränderungen, die ich nicht ganz verstehe, nicht ganz akzepzieren kann, gegen die ich trotz wahrscheinlicher Erfolglosigkeit angehen möchte. Oder hindert mich diese angenommene Erfolglosigkeit nur daran, Veränderungen zu verändern …