Album 22/52

Ich kenne Kate Bush eigentlich nur aus der Serie Stranger Things. Ich bin einfach ein paar Jahre zu jung dafür (verrückt, ich weiß). Deswegen habe ich mir dieses Album im Zuge dieses Projekts ausgesucht. Vielleicht überrascht es mich ja so wie Bob Marleys Exodus. Dieses Album ist zweigeteilt. Die erste Hälfte besteht aus eigenständigen Pop-Songs, die sich mit Liebe, Familie und deren Tücken beschäftigen. Die Songs klingen gleichzeitig sphärisch und modern, mit einigen Prog-Anleihen. Sie haben eine gewisse Feelgood-Stimmung, aber trotzdem immer eine melancholische Seite. Ich denke, das liegt vor allem an Bushs Stimme. Sie ist schwer zu beschreiben: nicht klassisch schön, aber unglaublich charakteristisch. Die zweite Hälfte ist eine Geschichte über mehrere Songs, quasi ein eigenes Konzeptalbum. Eine Frau treibt im Meer und träumt beziehungsweise kämpft ums Überleben. Wer kommt auf die Idee, daraus eine Song-Geschichte zu machen? Und trotzdem funktioniert es. Die Stimmung ist komplett anders: minimalistisch, gefährlich und immer wieder unterbrochen von Stimmen, Erinnerungen und Traumsequenzen. Es fühlt sich weniger wie eine Sammlung von Liedern an, sondern wie eine Reise: And Dream of Sheep → Überlebenswille Under Ice → Angst und Panik übernehmen langsam Waking the Witch → völliger Kontrollverlust Watching You Without Me → Entfremdung und Ruhe vor dem Ende Jig of Life → der Wille zurückzukehren Hello Earth → Perspektive von außen The Morning Fog → Rückkehr ins Leben Herausstechend ist dabei Waking the Witch, das dieses Konzept auf die Spitze treibt. Die Person ist im Delirium und driftet immer weiter in den Wahnsinn ab. zurück zum Album: Das gibt eine Hörempfehlung von mir, vor allem die zweite Hälfte verdient eindeutig eine seperate Bewertung.

Lieblingssongs:

  • Running up that Hill
  • The Big Sky
  • Cloudbusting
  • die komplette zweite Hälfte

Bewertung:

Hälfte 1: 7/10 Hälfte 2: 9/10

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