Album 29/30

Ich kann mit Country eigentlich nichts anfangen. Allerding hat mich vor einigen Monaten [[Sturgill Simpson – Metamodern Sounds in Country Music 1]] sehr überrascht. Deswegen war ich auch auf Chris Stapelton und dessen Debütalbum gespannt. „Traveller“ ist erst einmal sehr Country. Aber Chris Stapleton bringt eine Stimme mit, die deutlich bluesiger und rauer klingt als das, was man beim Begriff Country vielleicht erwartet. Auch musikalisch ist das Album erstaunlich vielseitig.Country bleibt das Gerüst, aber Blues, Southern Rock, Bluegrass und Folk mischen sich darunter. Parachute geht fast Richtung Stadionrock, manche ruhigeren Songs haben Singer-Songwriter-Charakter, und an anderer Stelle dachte ich spontan: “ Yay, Stoner-Rock”. Textlich gibt sich Stapleton keine Blöse und schreibt auf der einen Seite sehr persönliche Texte, kann aber auch schnell in Country-Klischees abdriften. Die werden aber nicht als Klischees abgehandelt, sondern erzählen erstaunlich ernst und sind emotional und persönlich gesungen. Trotzdem gibt es einige Songs, die ziemlich nach „klassischem Country nach Schema F“ funktionieren. Die Songstrukturen sind oft ähnlich und teilweise wiederholen sich auch melodische Ideen. Ich hatte gelegentlich das Gefühl, etwas schon einmal gehört zu haben. Gerade dadurch verliert „Traveller“ stellenweise etwas von seiner Wirkung.

Dazu kommt, dass das Album für meinen Geschmack einen Tick zu lang ist. Ein paar der generischeren Songs hätte man durchaus weglassen können und „Traveller“ wäre dadurch wahrscheinlich noch stärker geworden.

Lieblingssongs

  • Fire Away
  • Parachute
  • More of You
  • Was It 26
  • Sometimes I Cry

Bewertung 6,5/10

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