Grauer Star Operation
Wenn man für eine Weile nicht wie üblich lesen kann, möchte man trotzdem seine Erfahrungen jemandem berichten. Nebenbei ist es gut, sich daran zu erinnern, wenn man mit der Prozedur vollständig durch ist.
Die erste Operation fand am Dienstag, Mitte August, statt. Morgens nur 250ml Wasser mit den Morgentabletten für Kreislauf und Vitamin D. Dann auf zur ambulanten Praxis in Jogginghose, bequemen T-Shirt und leichter Jacke. Mein Bruder fuhr mich dorthin und brachte mich hinterher wieder nach Hause.
Dort angekommen von den MTAs zuerst: „Was gab es zum Frühstück?“ Daraufhin von meiner Seite als Antwort: „250ml Wasser mit den Tabletten um 8:30 Uhr.“
Ich musste mich darum kümmern, ob notiert worden war, dass ich kein Metamizol haben darf, denn das hat zusammen mit MTX eine tödliche Wechselwirkung. Ich erfuhr, dass es gut war, dass ich nach dem Gespräch mit der Hausärztin bei denen angerufen und eine E-Mail geschrieben hatte, denn das war in der Akte mit rot groß notiert worden. Als es losging, sagte mir die Anästhesistin, dass ich da sehr insistiert hätte; das würde aber nur bei Vollnarkose verwendet.
Nach etwas mehr als einer Stunden Wartezeit ging es dann los. Meine Wertsachen und die leichte Jacke wurden in einem Spind eingeschlossen; den Schlüssel dazu bekam ich als Armband umgehängt.
In der OP Vorbereitung setzte ich mich auf einen Stuhl, der dann in die Horizontale gebracht wurde, und mir wurde es bequem gemacht. Alle waren mit Masken und in OP Kleidung. Ein Zugang wurde gelegt, und die Anästhesistin fragte, ob sie mir weiteres erzählen sollte. Ich bat darum, und während die Assistentinnen arbeiteten. Ich wurde noch gefragt, ob ich Marcumar bekäme, verneinte das und mir wurde gesagt, dass später eventuell blaue Flecken entstehen könnten. Als mir gesagt wurde, dass ich nach oben gucken sollte, merkte ich, wie das Auge still wurde und es kam dann auch der Filmriss.
Aufgewacht bin ich dann wieder auf dem Stuhl in der Senkrechten und eine hilfreiche Dame der Praxis stellte sicher, dass ich auf jeden Fall stehen konnte. Der Lagerungsschwindel meldet sich kurz, dann ging es aber.
Ich bekam ein Glas Wasser und ein Brötchen mit Käse zum Frühstück. Mir wurde ein bisschen Papierkram inklusive eines Grünen Rezeptes ausgehändigt, mit der Anweisung mit meiner Begleitperson zusammen, dieses dann in der Apotheke gleich einzulösen. Das zweite Medikament war auf der Karte.
Mein Bruder kam herein, mit einer selbstgemixten Flasche stilles Wasser/Apfelsaft. Die habe ich dann auf dem Rückweg nach Hause leergemacht.
Zu Hause hieß es dann Ruhe halten und faul sein.
Mittwoch morgen ging es dann zum Markt in die Praxis dort. Der Weg ist kürzer als zur ambulanten Praxis – da hätte auch die Kontrolle stattfinden können. Der Verband kam ab, und ich war begeistert, wie klar doch alles ist. Ich bekam meinen Medikamentenplan und da der Augeninnendruck zu hoch war, wurde das Antibiotikum/Steroide hoch dosiert gesetzt. Zusätzlich sollte ich tags darauf wieder vorbeikommen, und dann auch am Freitag. Zu Freitag war der Augeninnendruck dann zwar noch hoch, aber nicht mehr außerhalb des Normbereiches.
Als ich am Mittwoch wieder nach Hause kam, wunderte ich mich, dass alles so blau und so hell war. Stellt sich heraus, dass die weißen Wände in der Wohnung nicht weiß waren, sondern einen Sepiafilter haben.
Um dies besonders deutlich zu machen: Stellt euch vor, auf dem Tisch liegt ein knallgrüner Schwamm, dazwischen eine kleine Trennwand, die den Schwamm scheinbar in zwei Hälften teilt. Die eine Seite ist knallgrün, die andere Seite ist mattgrün. So schaue ich im Moment in die Welt. Dass ich da oft eine Pause für die Augen brauche, ist nur logisch.
Inzwischen bin ich in der zweiten Woche der Medikation und muss nur noch die Steroide langsam im Wochenrhythmus ausschleichen.
Ich wünsche mir, dass die zweite Operation im September genauso gut verläuft.